Post-Pop
MyKungFu im altra

371 Stadtmagazin vom 07.02.2014

Experimentierfreudig, mit analogen und elektronischen Freunden im Gepäck kommt MyKungFu ins aaltra und steht offen zu dem, was andere bestreiten: Der Liebe zum Pop.

Domi Schreiber ist Schweizer und sein Englisch klingt auf angenehme Weise auch irgendwie so. Wonach er und seine Lieder allerdings auch klingen, sind Ohrwürmer. Pop hat das ja bekanntlich so an sich, bei MuKungFu allerdings mit dem Anspruch, durch Experimentierfreude mit allerlei Instrumenten und Synthies ein Stückchen weiter zu gehen, als man es von der alltäglichen Radiodudelei gewohnt ist. Post-Pop für Anspruchsvolle sozusagen, eine Synthese aus kurzweiliger Unterhaltung bei gleichzeitigem Erhalt einer gewissen Freigeistigkeit. Populär und damit querfeldein anerkannt ist sein zweites Album "Repeat Spacer" eh: Vom Rolling Stone gab's das Qualitätsurteil "Betörender Kammerpop" ("Ambient-Texturen, weit geöffnete Bläser- und Keyboardflächen und traumartig fiepende Synthies allein die Produktionsästhetik ist ein Gewinn") und auch die Deutschpunker von Turbostaat sind vom Quäntchen Nonkonformität so angetan, dass sie sich MyKungFu direkt als Opener für ihre Tour ins Boot holten. Popper und Systemkritiker sind also gleichermassen im aaltra willkommen.
Und ja ok, alle anderen auch.