Am Anfang war das Fiepen


Basler Zeitung vom 19. April 2012


Von: Stefan Strittmatter

Ein fiepender Synthie stört mit seinem fiesen Oszillieren einen wohlklingenden Bläsersatz, zwei akustische Gitarren gesellen sich dazu und entführen die eröffnende Klangcollage schliesslich in Richtung Song. "Try again" heisst das Stück, "Come inside" die erste Textzeile, mit der MyKungFu den Zuhörer zu sich locken will.

Domi Schreiber, 1973 im Niemandsland zwischen Bern und Solothurn geboren, hat sein Zuhause längst in Winterthur gefunden. Dort und zwar just in seinem heimeligen Wohnzimmer hat der singende Songwriter sein aktuelles Album "Repeat Spacer" eingespielt. Ein Dutzend Songs sind so entstanden. Mal verträumte, mal gewagte, stets im Pop verwurzelte Kompositionen, die in erster Linie von den facettenreichen Arrangements des Multiinstrumentalisten Schreiber und seiner Gastmusiker leben.

Wechselnde Besetzung

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich diese Vielschichtigkeit mit Bläsersatz, Keyboardflächen und mehrfach eingespielten Gitarren nicht eins zu eins von der Platte auf die Bühne übertragen lässt. MyKungFu wählen auch hier den kompromisslosen Weg aus dem Dilemma und konzertieren zuweilen in Klein- und Kleinstformationen, zuweilen solo, dann aber wieder im Sextett mit illustren Gästen.

Nach Basel kommt die Truppe nun als Trio, also verstärkt durch Keyboarder Gisi und einen Klangbastler namens Der Sekretär. Letzterer bedient neben der Handorgel und einem fussgesteuerten Bastlerschlagzeug eine zum Perkussionsinstrument umfunktionierte Schreibmaschine. Bis zum erlösenden "Bing" am Ende der Zeile.